Im Aargau besteht kein Handlungsbedarf
17. Februar 2026
Leserbrief von Alt-Grossrat Andreas Brunner, Präsident Die Mitte 60+ Aargau
Bei der Besteuerung von Ehepaaren im Kanton Aargau wird seit 2001 das Modell des Vollsplittings angewendet. Damit gibt es für Ehepaare auf Kantons- und Gemeinde-ebene in unserem Kanton keine Heiratsstrafe mehr. Der von den Linken und der FDP unterstützte Wechsel zur Individualbesteuerung bringt dem Fiskus Mindereinnahmen, ein Faktum, das sonst von den Linken bis aufs Aeusserste bekämpft wird und Mehrauf-wand und Bürokratie für die Steuerverwaltungen, dies ein Faktum, das vor allem die FDP (zusammen mit Mitte und SVP) stark eindämmen will. Die Babyboomer Generation, die häufig verheiratet in einem Haushalt lebt, müsste sich händeringend damit auseinan-dersetzen, was wem gehört, was vorher immer gemeinsam war. Eine nerven- und zeit-aufwendige Strafaufgabe, deren Aufwand lieber für erfreulichere Dinge verwendet wür-de. Ich stelle zudem fest, dass es heute junge Familien gibt, die sich gerne die Hausar-beit untereinander aufteilen. Wir sollten davon absehen, selbstgewählte Hausarbeit quasi als Zwangsarbeit einzustufen und gering zu schätzen. Sie ist erstens notwendig und ebenso sinnstiftend wie andere Arbeiten auch. Darum lege ich ein entschiedenes NEIN zur Individualbesteuerung in die Urne und bedanke mich bei der Mitte, dass sie sich vehement dagegen einsetzt.
