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1. Augustrede Philipp Laube in Endingen

1. August 2024

Liebe Ralf, viele Dank für di fründlichi Iladig, de netti Empfang und die churzi Vorschtellig. Es freut mich, dass ech hött do in Ändige zu ihne dörf rede.

Wo mich de Ralf Werder vor es paar Mönet agfroget hät, öb ich das Johr in Ändige d’1. Auguscht-Asproch halte würdi, bin ich zimli überrascht gsi. Ich han drum ned direkt zuegseit und mir no chli Bedenkziit usbedunge. Guet schwizerisch han ich mir da zerscht no welle überlegge und mir vorher no es paar Gedanke dezue welle mache.

Ich ha mich under anderem gfroget, öb ich als Lengnauer underhalb vom Talebach überhaupt öppis verlore ha. D’Beziehig zwüsche de beide Gmeinde esch früehner jo ned emmer ganz unbeschwert gsi. Das esch jo nömm so, aber au hüt lueged no einigi Lengnauer nidisch uf Ändige, wenn’s ums Ladeagebot im Dorf goht. Aber zrugg zu mine Gedanke. Bim Überlegge han ich denn gmerkt, dass ich doch einigi persönlichi Berüehrigspünkt zu Ändige ha:

Erstens han ich familiäri Wurzle in Ändige. So esch d’Familie vo min Grossvater, Hans Mathis sel., ursprünglich vo Ändinge gsi und mini Grossmueter, d’Maria Keller sel., esch do in Ändige a de Buckstross ufgwachse.

Zweitens han ich mir d’Grundlage und s’Rüschtzüg für mini spöteri brueflichi Usbildig als Hochbauzeichner/Architekt und Rechtsanwalt do in Ändige i de Bezirksschuel chönne hole. I dere Zit bin ich do in Ändige au im Schuelsport in Homrig go Chlikaliberschüsse und im Ostschuelhus i d’Jugendspielprobe gange. Noch de Probe simmer dänn ame no is damalige Restaurant Schmiedstube eis go zieh. Das hät mer det no chönne. Sie gsend, ich känne Ändige also au us wirtschaftlicher Sicht.

Drittens dörf ich für d’Mitti sit eim Johr als Grossrat s’Zurzibiet und s’Surbtal, also au Sie liebi Ändigerinne und Ändiger, in Aarau verträte.

Wie Sie sicher scho festgstellt händ, bin ich zum Schluss cho, dass ech hüt am 1. August also gern zu Ihne chan und will rede.

Ich ha mich denn natürlich gfroget, wie e gueti 1-August-Ansprach ufbaut esch. Zum Glück gits hüt Hilfsmittel, wie s’Internet oder Chat GPT, wo mer Tipps und Aleitige für die perfekti Asprach zum 1. August findet.

Befolgt mer die Tipps und Aleitige, so bruchts en packende Aafang, en Inhalt, wo zum Thema passt, en guete Schluss und bsonders wichtig, d’Red dörf ned z’lang si oder wie de Mark Twain mol treffend gseit hät:

«E gueti Red häd en guete Anfang und es guets Endi – und beides sött möglichst nöch benenand ligge.»

Selbstverständlich han ich versuecht, die Tipps, vor allem de letscht, i ihrem Interessi z’beherzige.

De 1. August bütet Glegeheit, euses Land, d’Schwiz, und d’Bevölkerig, d’Schwizerinne und Schwizer, us verschiedene Blickwinkel z’belüchte.

D’Schwiz esch für mich scho immer eine vo de beschte Ort gsi, um sini Ziel z’erreiche und sini Wünsch und Träum z’verwürkliche. Dass d’Mensche i de Schwiz so gueti Rahmebedingige händ, verdanke mer eusne Vorfahre, wo e de lange Zit sit de Gründig vo de Schwiz vor 733 Jahr emmer weder Verantwortig übernoh und gueti, witsichtigi Entscheidige troffe händ. Sie händ deför gsorgt, dass es euis guet goht und mir grossi Freiheite händ.

Näbe dene nationale Aspekt erinnere ich mich immer gern dra, wie mir als Chind de 1. August g’firet händ. Mir händ s’Hus und de Garte mit Schwizer- und Aargauerfähnli dekoriert und zobig meischtens en Cervelat brötlet. Am wichtigschte isch minere Schwöschter und mir aber gsi, dass mir wägem Fürwerk länger händ dörfe ufblibe, als suscht. Hött sind mir natürlich anderi Aspekt wichtiger, wo eusi Schwiz je länger je meh usmached. Es sind das typischi Schwizer Tugende, wie z.B. Verantwortigsbewusstsi, Zivilcourage und Beharrlichkeit.

Im Alltag stell ich leider immer hüfiger fescht, dass es nömme so beliebt esch, selber Verantwortig z’übernäh und wie mer so schön seit, «Nägel mit Chöpf» z’mache und dänn, wenn’s mol schief lauft, au de Chopf für sini Entscheidige anezhebe.

Es esch offesichtlich, dass s’Läbe uf d’Welt und i de Schwiz für euis alli hektischer und dütlich komplexer worde esch. I dem Zämehang fallt mir hüt uf, dass vo verantwortliche Persone für ihri Entscheidige hüfig Spezialischte und Berater bizoge werdet. Das esch grundsätzlich keis Problem, wenn mer sich so zuesätzlichi Informatione für sini eigeni Entscheidig beschafft.

Problematisch wird’s aber denn, wenn mer sich kei eigeni Meinig meh macht und sich eifach uf d’Meinig vo de Fachlüt abstützt und Entscheidige so a d’Fachlüt delegiert. Einersits gönd örtlichi und persönlichi Aspekt so verlore und werded nömm berücksichtigt. Anderersits nimmt mer so sini eigene Ufgabe nöme richtig wohr und entzieht sich sinere Verantwortig. Ech cha ihne aber säge, dass das i de wenigschte Fäll funktioniert, will mer glich verantwortlich gmacht wird, wenn’s schief lauft.

Lueged mir i d’Vergangeheit, Früener händ Persone, wo Verantwortig treit händ, en höhere Stellewert i de Gsellschaft gnosse und es esch ihne meh Respekt entgege brocht worde. Früehner sind z.B. de Gmeindamme und d’Gmeindrotsmitglieder, de Gmeindschriber, de Dorflehrer, de Dorfarzt oder de Pfarrer Respektspersone gsi. Sie sind ernst gno worde und ihres Wort hät öppis zellt.

Hüt sind d’Mensche i de Schwiz ufklärter und anspruchsvoller. Sie bringed dene Persone nümm de glich Respekt entgege und stelled ihri Asichte und Meinige hüfig pauschal in Frag.

Das treit dezue bi, dass es vor allem im ehrenamtliche Bereich immer schweriger wird, Persone z’finde, wo sich no für verantwortigsvolli Positione zur Verfüegig stelled.

I eusem Land, de Schwiz, muess also weder meh Verantwortig übernoh werde und zwar in doppleter Hinsicht. Zum eine dörfed verantwortlichi Persone d’Verantwortig ned delegiere und müend sie zu 100% selber überneh und sie müend am Schluss au de Chopf für ihri Entscheidige anehebe. Zum andere muess au d’Gsellschaft ihri Eigeverantwortig wahrneh und die verantwortliche Persone respektiere und dörf ihri Entscheidige ned eifach pauschal in Frag stelle.

I dem Zämehang han ich für alli no en Tipp, wo no nie im e Gremium, im e Vorstand, inere Arbeitsgruppe oder inere Kommision mitgwörkt händ. Mached sie das unbedingt emol und übernämed sie e ehreamtlichi Funktion mit Verantwortig. Das erwiteret ihre Horizont und zeigt, dass es gar ned so eifach esch, Verantwortig z’übernäh und s’möglichscht allne recht z’mache. Sie werded für das nebe Entschlussfreudigkeit au e gueti Portion Zivilcourage und Beharrlichkeit bruche.

Wenn ich de Begriff Beharrlichkeit erwähne, chonnt mir übrigens no es persönlichs Erlebnis in Sinn. Ech ha ihne io am Anfang verzellt, dass ich während minere Bezirksschuelzit im Rahme vom Schuelsport als Chlikaliberschütz aktiv gsi bin. Selbstverständlich sind mer au a Wettkämpf gange um euis mit andere z’messe.

A eim vo dene Wettkämpf in Zurzach esch es mir säbesmol leider ned eso rund gloffe. Ich ha d’Punktzahl für de Chranz leider knapp verpasst. Gege es erneuts Startgeld häd mer aber nomol e Chance öbercho. B’haltet sie’s bitte für sich, aber nach em dritte erfolglose Versuech han ich de Chranz denn glich öbercho. Sie gsend also, Beharrlichkeit zahlt sich us.

Wie sie hüt vellecht mitgnoh händ, esch es meischtens ned eso eifach, Verantwortig z’überneh, will mer sich vellecht ned grad entscheide cha, was inere bestimmte Situation am beschte wäri. Mached Sie’s denn doch wie n’ich und haltet Sie sich an Ratschlag vom österrichische Schriftsteller Karl Kraus. Er hät für sönigi Situatione nämlich en eifache und immer passende Tipp parat. Und de Tipp lutet e so:

«In zweifelhaften Fällen entscheide man sich für das Richtige.»

Esch doch ganz eifach, oder? Probiered sie’s doch grad us.

Ich hoffe, dass Sie mit dere Anleitig jetzt i de Lag sind, di richtigi Entscheidig z’treffe und nochli do blibed und gmeinsam fiired.

Ich wünsche Ihne jetzt vo Herze en schöne 1. August und blibed Sie beharrlich und übernähmed Sie Verantwortig für sich, für ihri Familie, für ihres Quartier, für ihres Dorf, für ihres Tal, für ihre Bezirk, für ihre Kanton und für ihres Land, eusi Schwiz.

Merci vellmol.

Ansprechperson

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